
1. Welche Bedeutung messen Sie als Bürgermeister- bzw. Landratskandidat
dem öffentlichen Personennahverkehr (Bus) und dem schienengebundenen
Personennahverkehr (Bahn) in unserer Region bei und in welchen
Bereichen sehen Sie Entwicklungsperspektiven?
2. Welche Vorstellungen haben Sie von einem modernen Personennahverkehr
im ländlichen Raum? Inwieweit entspricht das derzeitige Angebot von
VWS, Westfalenbus und Deutscher Bahn AG Ihren Vorstellungen?
3. Welche Aktivitäten wurden oder werden von Ihnen unternommen, um die
Johannlandbahn "auf die Schiene" zu bringen?
4. Wie bewerten Sie die Tatsache, daß das Land Nordrhein-Westfalen 35
Millionen DM für die Reaktivierung der Johannlandbahn im
vordringlichen Bedarf des ÖPNV-Bedarfsplans bereit-gestellt hat? Von
Gegnern der Johannlandbahn werden in diesem Zusammenhang die
Folgekosten des Bahnbetriebes als Gegenargument ins Feld geführt.
Wie stehen Sie dazu?
5. Wann haben Sie das letzte Mal privat, beruflich oder im Rahmen Ihrer
politischen Tätigkeit eine Fahrt mit der Bahn (fahrplanmäßiger
Verkehr) oder dem Bus (Linienverkehr) zurückgelegt? Wie waren Ihre
Erfahrungen?
Zu Frage 1)
Ich messe dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und dem
Schienen-Personennahverkehr (SPNV) in unserer Region eine große Bedeutung
zu und sehe erhebliche Entwicklungsperspektiven. Und zwar aus ökologischen
wie auch aus wirtschaftlichen Gründen.
Auch darf die Bahn kein Verkehrsmittel nur für soziale Minderheiten werden,
sondern muß eine komfortable Alternative zum Auto werden. Sonst ist sie nur
sehr schwer wirtschaftlich zu betreiben. Ohne Mitfahrer keine Bahn. Die
Bahn muß für den alltäglichen Nutzer Vorteile bieten, sonst steigt er nicht
aus dem Auto um. Und wie immer: Hier beginnt erst die Detaildiskussion, zum
Beispiel über die Gerechtigkeit bei der Subventionierung von
Verkehrsmitteln.
Zu Frage 2)
Das derzeitige Angebot von VWS (Verkehrsbetriebe Westfalen Süd AG), Westfalenbus und Deutscher Bahn AG ist zur Zeit weder quantitativ noch qualitativ ausreichend. Es bedarf einer erheblichen Steigerung auf quantitativer wie auf qualitativer Ebene, um den Kunden zu gewinnen. Dazu gehört vor allem Flexibilität des Angebots, Vernetzung der Verkehrsträger und Komfortsteigerung bei attraktiver Preisgestaltung. Ohne Kundschaft keinÖPNV.
Zu Frage 3)
Anträge im Rat, öffentliche Diskussionen (Versammlungen und Leserbriefe) um das Gutachten [Anmerkung der Redaktion: das Gutachten zur Reaktivierung des SPNV zwischen Siegen und dem Netpherland von der Planungsgruppe Nord, Kassel, von 1998], Beratung der Kreistagsfraktion aus Netphener Sicht, Gespräch mit Ministerialrat Kolks und MdL Moritz in Düsseldorf.
Zu Frage 4)
Positiv. Die Folgekosten des Bahnbetriebs müssen natürlich wie bei jeder Investition gerechnet und berücksichtigt werden. Auch für mich gilt: Die Gemeinde Netphen kann Betriebskostenzuschüsse weder direkt noch indirekt zahlen. Es muß ein Verkehrsunternehmen gebildet werden, das in der Lage ist, die Bahn selbständig als Wirtschaftsbetrieb zu führen.
Zu Frage 5)
Ich fahre prinzipiell meine beruflichen überregionalen Fahrten mit der
Bahn. Dabei mache ich auf den großen Strecken gute Erfahrungen, weniger,
wenn es von Hagen oder Gießen in den heimatlichen Raum zurückgeht. Vor Ort
fahre ich, in einem Dorf wohnend, mit dem Pkw. Dies tue ich auch, weil ich
bei der Vielzahl meiner Termine sonst nicht klarkomme.
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